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Interview mit Nicole Luzar von Cornelia Bruno
Dank Frank Peiker von Rezi-Online.de
habe ich heute (9.9.2010) die Chance, ein Interview mit Nicole Luzar vom Sportwelt Verlag zu führen. Hallo Nicole, heute schon Sport getrieben? Und wenn ja, welchen? Heute regnet
es den ganzen Tag Bindfäden ... und ich bin bekennende Schönwettersportlerin. Zumindest sollte es nicht regnen, bevor
ich das Haus verlasse. Also: nein. Generell versuche ich aber schon, vier- bis fünfmal pro Woche zu laufen oder Rad zu fahren. Der Sportwelt Verlag veröffentlicht, wie der Name schon sagt, Bücher rund
um das Thema Sport. Jede Art von Sport, oder gibt es Sportarten, die nicht in das Portfolio passen? Entsprechend meinen eigenen Vorlieben habe ich mal mit Triathlon angefangen. Kategorisch
ausschließen würde ich aber weder eine Sportart noch ein Literaturgenre. Wenn ich ein Manuskript erhalte, das mich überzeugt, mache ich es unter Umständen „wider alle Vernunft“. ;-) Wie kam es zu
der Idee einen Verlag zu gründen, der Sportbücher verlegt? Zunächst habe ich mit meinem Lebenspartner angefangen, unsere Leidenschaft für das Alpinklettern in einem Kletterführer
für andere Kletterer nutzbar zu machen, denn in dieser Branche lag (und liegt) einiges im Argen. Als ich dann 2005 mal wieder für einen Marathon trainieren wollte, stieß ich auf das englische Original
von „Mentales Training für Triathleten“
. Das war einerseits hochinteressant, andererseits etwas anstrengend zu lesen, und so kam ich auf die Idee, es selbst ins Deutsche
übersetzen zu lassen und zu verlegen. Die notwendigen Voraussetzungen waren ja erfüllt: Ich hatte optimale Kontakte zu Übersetzern, schon erste Erfahrungen mit dem Buchmarkt gesammelt – und das Thema Sport
fasziniert mich ohnehin seit der frühesten Kindheit.Schränkt das nicht zu sehr ein, sich nur auf eine Richtung zu spezialisieren? Mein Thema ist Sport allgemein, der Schwerpunkt liegt nicht „nur“
auf Trainingssachbüchern! Vielmehr möchte ich mich künftig verstärkt auf Sportbelletristik konzentrieren, und davon gibt es ja schon einige Titel, wie „Die Kunst zu siegen“, „Der Lauf meines Lebens“, „Mission Marathon“,
„Boston Run“ und „ES läuft“, das im November erscheinen wird. Genres wie Roman, Krimi, Kurzgeschichten,
Comics oder (Auto-)Biografien bieten auch rund um das Thema Sport ein schier unerschöpfliches Betätigungsfeld! Die Auswahl an Büchern, die sich mit Sport, Training und Ausrüstung beschäftigen, ist sehr
groß. Was ist das Besondere an den Büchern, die im Sportwelt Verlag veröffentlicht wurden? Es gibt natürlich auch von anderen Verlagen gute Bücher, aber im Sportwelt Verlag achte ich wirklich auf
höchste Qualität: inhaltlich-sachlich, sprachlich und produktionstechnisch. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist somit hervorragend, und wer sich für mehr als nur ein limitiertes Spezialgebiet interessiert,
kann aus einer Hand das gesamte (Lese-)Spektrum abdecken. Ich bin 32 Jahre und selbst chronisch unsportlich. Warum sollte ich also Bücher über Sport lesen? Nun, für Sie würden sicherlich die
Trainingssachbücher erst in zweiter Linie infrage kommen ... nachdem Sie sich beispielsweise über eines der belletristischen Bücher die nötige Motivation geholt hätten. „Mission Marathon“ ist so ein ideales
Beispiel für jeden, der gern liest: Es ist mit Sprachwitz, Selbstironie und gutem Gespür für das Besondere geschrieben, und wenn man irgendjemanden kennt, der gelegentlich joggen geht, wird man über die
absurde Alltagskomik herzlich mitlachen können. In den aktuellen Neuerscheinungen sind auch ein Sport-Thriller und ein Kinderbuch enthalten. Wie sind die Autoren dieser Bücher zu Deinem Verlag gekommen?
Und wird es auch in Zukunft mehr Kinderbücher, Sportthriller in Deinem Verlag geben? Auf das Kinderbuch „Gracie Goats großes Radrennen“
bin ich dadurch gestoßen, dass es in dem gleichen US-Verlag erschienen ist, wie die meisten meiner Trainingsbücher. Und weil ich Kinderbücher liebe, habe ich es kurzerhand ins Programm genommen. Frank Lauenroth wiederum, der Autor des Sport-Thrillers, ist von sich aus auf mich zugekommen. Und nachdem ich den Text gelesen hatte, haben wir in kürzester Zeit den Vertrag aufgesetzt. Und wie schon angedeutet, habe ich in der Tat vor, den Schwerpunkt künftig auf Sportbelletristik zu legen.
Wie sieht Dein typischer Tagesablauf aus, und was sind Deine Aufgaben beim Sportwelt Verlag? Da ich den Sportwelt Verlag allein betreibe, umfassen meine Aufgaben wirklich alles: Drucker
reparieren, Büromaterial bestellen, Druckangebote einholen, Vertragsverhandlungen mit Lizenzgebern, Übersetzern und Autoren führen, Manuskripte bzw. Übersetzungen lektorieren – und natürlich das Marketing
...! Wo und wie präsentierst Du die Bücher Deines Verlags? Messen, Sportveranstaltungen, Lesungen? Als Einzelkämpferin habe ich eher beschränkte Möglichkeiten der Präsentation, sowohl in
zeitlicher als auch finanzieller Hinsicht. Aber bei der ein oder anderen (Marathon-)Messe beziehungsweise Sportveranstaltung sind die Bücher durchaus vertreten. Lesungen sind insofern ein neues
Betätigungsfeld, als die ersten Titel als Lizenzausgaben erschienen sind und die Autoren entsprechend in den USA leben. Aber das kann sich demnächst mit deutschen Autoren sehr wohl ändern. Nicht zu vergessen
sind natürlich Online-Rezensionen auf Portalen wie Rezi-Online.de! Liest Du selbst gern Bücher und wenn ja, welches Buch liest Du momentan? Bücher und Sport sind meine beiden gleichberechtigten
Leidenschaften! Meist lese ich zwei bis drei Bücher parallel. Diesmal sind es „Hercule Poirot – Tod auf dem Nil“ in italienischer Übersetzung, „L’ultime secret“ von Bernard Werber und „Born to Run“ von
Christopher McDougall. Nun ja, wie man sieht, sind Fremdsprachen noch ein weiteres massives Hobby... Abschließend möchte ich mich herzlich bei Dir bedanken, auch im Namen von Rezi-Online für dieses
nette Interview. Wir wünschen Dir weiterhin ganz viel Erfolg und gute Bücher zum Verlegen! |