höchstens die Eintagsfliege und vielleicht noch die flüchtige Liebe. Auch das Training nur für
kurze Zeit ist nichts beziehungsweise bringt nichts, weil sonst uneffektiv und nicht zielführend. Ein neues Buch von Jayne Williams aus dem Sportwelt Verlag heißt “So kommen Sie in Schwung” und ist an
sogenannte Couchpotatoes gerichtet, die für den Sport am besten dauerhaft motiviert, zumindest aber ein wenig fit gemacht werden sollen. Speziell für den Triathlon-Sport, bestehend aus Schwimmen,
Radfahren und Laufen.“Es ist nie zu spät”, fordert Jayne Williams auch oder erst recht die gesetztere Generation auf: “Triathlon ist nicht nur etwas für junge, schnelle oder schlanke Menschen. Jeder kann
die Bewegung genießen und Ziele erreichen, die er nie für möglich gehalten hätte.”
Sie spricht aus Erfahrung, sie berichtet schließlich über Zeiten, in denen in XXL-Shirts eher gewalkt denn gejoggt wurde.
Höchstleistungen hat sie nicht im Blick, die Gewichtsreduzierung schon eher, in erster Linie ist es der Spaß als innerer Antrieb und die Aussicht auf eine Zeit mit weniger Verletzungen und Krankheiten als im
vorher geführten (Ruhe-)Leben.
“Aller Anfang ist schwer: Kümmern Sie sich nicht darum, wie Sie in engen Laufhosen aussehen, ob Ihre Brüste beim Laufen auf und ab hüpfen oder ob Ihr Bierbauch eine
aerodynamische Sitzposition auf dem Rad verhindert. Denken Sie daran: Wir alle sehen komisch aus.” Ist doch klar, oder? Genauso wie die Erkenntnis, dass der Körper dafür geschaffen wurde, sich zu bewegen.
Auch wenn das einige Zeitgenossen so nicht unterschreiben würden, dürften jene Fälle, in denen auf dem Sterbebett gesagt wird: “Ach, hätte ich doch bloß mehr Zeit im Büro verbracht”, eher die Ausnahme
bleiben.
Jayne Williams nimmt für sich nicht in Anspruch, eine ausgewiesene Trainerin oder Physiotherapeutin zu sein. Denkanstöße will sie geben, motivieren, ebenso Ratschläge erteilen: “Eine der
schwierigsten Disziplinen im Triathlon ist, die nötige Geduld aufzubringen.”
“Sie schaffen einen Triathlon nicht morgen oder nächste Woche, und – je nach Ihren jetzigenVoraussetzungen – vielleicht nicht
einmal nächstes Jahr”, mahnt sie zum dosierten Aufbau und warnt vor allzu kontraproduktivem Ehrgeiz. Denn: Beim Sport werden die Muskeln, Sehnen und Bänder belastet. Und wer es übertreibt, lässt seinem
Körper nicht genügend Zeit zur Erholung und riskiert neue Verletzungen.
Das Schöne am Triathlon ist, dass man verschiedene Muskelgruppen und Gelenke an verschiedenen Tagen unterschiedlich trainieren und
somit die Belastung verteilen kann.
Natürlich informiert Jayne Williams auch über (an)aerobe Schwellen, über das FSK (Finisherkonfusionssyndrom), rät ganz intensiv zu einem Trainingstagebuch, kennt
natürlich auch das Trainingsfieber, beschreibt ihre Taperingphase vor einem Wettkampf, setzt auf spezifische Visualisierung und positive Affirmationstechniken.
Doch ehe wir zu viele Filme vor dem geistigen
Auge ablaufen lassen und uns zum wiederholten Male zurufen: “Ich bin schnell und stark oder Ich gleite perfekt durch das Wasser”, und ehe die Glykogenspeicher überquellen und wir Sie, liebe Leser, mit einem
zu langen Text davon abhalten, selbst aktiv zu werden, kommt Jayne Williams ein letztes Mal zu Wort: “Es ist egal, was Sie tun – Hauptsache, Sie tun was. Denn wenn wir uns bewegen, werden Gefühle und Kräfte
tief in uns angesprochen und gestrkt. Seinen Körper, also das Leben zu spüren, darum geht es.”
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Jayne Williams, So kommen Sie in Schwung, Sportwelt Verlag, 8,95 Euro, ISBN
978-3-941297-07-4 (htr)
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