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Radtraining für Triathleten und Radtouristikfahrer Kapitel 4 Technik, Fertigkeiten und TaktikVerbessern Sie Ihre Technik, und Sie werden bei gleicher Fitness und gleichem Einsatz schneller fahren. Wohl jeder Triathlet weiß, dass man zum schnellen Schwimmen vor allem
eine gute Technik braucht, denn aufgrund der hohen Dichte des Wassers macht sich eine gute Technik hier besonders stark bemerkbar. Ich bin mir sicher, dass jeder von Ihnen beim Schwimmen schon einmal von
einem Sportler abgehängt worden ist, der eigentlich in schlechterer Form war als Sie selbst. Aber im Gegensatz zu Ihnen verfügte dieser Teilnehmer über einen ökonomischeren Bewegungsablauf. Dadurch war er in
der Lage, mit weniger Energieaufwand genauso schnell zu schwimmen wie Sie oder sogar schneller. In sportmedizinischen Leistungsmessungen wird Ökonomie als das Verhältnis zwischen submaximaler Leistung und
Sauerstoffverbrauch bezeichnet. Wenn beispielsweise zwei Fahrer mit der gleichen aeroben Kapazität untersucht werden, und Fahrer A verbraucht weniger Sauerstoff als Fahrer B, um 300 Watt zu treten, dann hat
Fahrer A einen ökonomischeren Fahrstil. Joe Friel ist der Meinung, dass die meisten Radsportler – erfahrene Athleten eingeschlossen – ihre Bewegungsökonomie noch um mindestens fünf Prozent
steigern können, Anfänger sogar um bis zu 20 Prozent. Jeder Prozentpunkt, um den man sich hier verbessern kann, ist ein Prozent mehr Leistung im Wettkampf. Wie viel Intervalltraining müssten Sie machen, und
wie viele Kilometer müssten Sie fahren, um Ihre aerobe Kapazität bzw. Ihre Laktatschwelle um 5 bis 20 Prozent zu erhöhen? Fest steht, dass dies nur mit einer ganzen Menge Schweiß und hartem Training erreicht
werden kann. Um schnell zu sein, benötigt man also eine perfekte Technik, denn wenn von zwei ansonsten gleich trainierten Sportlern einer eine bessere Technik hat, dann verfügt dieser über
einen ökonomischeren Bewegungsablauf und fährt somit bei gleichem Krafteinsatz weiter und schneller als der andere. Beim Radfahren unterscheiden wir die drei Kategorien Tritttechnik, Fahrtechnik und
Renntaktik. TRITTTECHNIK Hauptziel eines ökonomischen Tritts ist es, Kraft und somit Energie zu sparen. Ökonomisches Treten hängt von der Koordination
der Muskeln ab, das heißt, wie gut die in Sekundenbruchteilen stattfindende An- und Entspannung aufeinander abgestimmt ist. Während einer Pedalumdrehung muss eine Vielzahl von Muskeln erst kontrahiert und
anschließend wieder entspannt werden und zwar zu jeweils unterschiedlichen Zeitpunkten. Diese Muskelerregung wird durch Signale des zentralen Nervensystems hervorgerufen und kann, obwohl sie automatisch
abläuft, verbessert werden. Dazu sind jedoch häufige Wiederholungen nötig, während derer man an einem ökonomischen Bewegungsablauf feilt. Es nimmt zwar einige Zeit in Anspruch, den Muskeln beizubringen, sich
in genau dem richtigen Moment zusammenzuziehen und wieder zu entspannen, aber wer konsequent trainiert und geduldig ist, wird dadurch letzen Endes schneller fahren. Und da man während einer einstündigen
Trainingseinheit ungefähr 5.000 Pedalumdrehungen macht, hat selbst eine minimale Verbesserung des Bewegungsablaufs, multipliziert mit 5.000, enorme Auswirkungen auf die Geschwindigkeit.
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