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Anne von Blomberg von readme.de vergibt 4 von 5 Sternen: Susanne Storck wollte "nur" ihre eigene Durchhaltefähigkeit
testen und darüber ein gut lesbares und auch für Nicht-Radfahrer interessantes Buch schreiben. Das ist ihr gelungen. Voll und ganz. (zur Online-Rezension) Fotobericht und Interview vom 14.10.2011 auf
www.DerWesten.de Die Mülheimer Redakteurin Susanne Storck ist 2716 Kilometer lang gen Süddeutschland geradelt, und zwar „mit
wenig Geld und viel Gepäck“. NRZ-Redakteur Nikolaos Georgakis sprach mit ihr über die meditative Kraft des sich Abstrampelns.
Andere buchen ein Wellness-Wochenende, Susanne Storck hat auf Feldern
gearbeitet, bei einem Ziegenzüchter den Stall gefegt und unter freiem Himmel übernachtet. Die Mülheimer Redakteurin hat ihren eigenen Weg gesucht, um dem Hamsterrad Alltag zu entkommen: Sie, die sich vorher
nie etwas aus Sport gemacht hat, ist 2716 Kilometer lang gen Süddeutschland geradelt, und zwar „mit wenig Geld und viel Gepäck“.
NRZ-Redakteur Nikolaos Georgakis sprach mit ihr über die meditative
Kraft des sich Abstrampelns, die teuersten Momente des Lebens und das Gefühl, auf das Wohlwollen anderer angewiesen zu sein.
Mit Verlaub, Frau Storck, ich glaube Ihnen kein Wort.
Wieso?
Weil Sie in ihrem Buch behaupten, Ihre Reise sei keine Sinnsuche gewesen?
War sie auch nicht.
Aber als Sie wieder zu Hause waren, haben Sie erst mal Ihr Leben geändert.
Zuallererst sogar Ihre Liebe in die Wüste geschickt?
Nicht nur. Ich kündigte später auch Freundschaften, die teilweise schon Risse hatten. Die Reise hat etwas mit mir gemacht, ja. Aber vorher war
ich definitiv nicht auf einem Selbstfindungstrip.
Auf welchem Trip waren Sie denn?
Ich wollte einfach mal aus dem Hamsterrad raus. Jahr über Jahr funktioniert man in seinem Job, hetzt,
rast und rennt doch nur der Zeit hinterher. Diese Reise war meine Art, die Reißleine zu ziehen, bevor es zu spät ist. Ich wollte einfach mal in den Tag hineinleben, gucken was passiert, für mich sein.
mehr NRZ, 19. August 2011:RA(N)DGESCHICHTEN Lieber nicht auf die Autobahn... Wesel.
Ich werde den Moment nicht vergessen, als ich in Lindau auf den Bodensee-Königsee-Radweg fahren will. Das war im Sommer 2007, als ich durch halb Deutschland radelte und zu dem Zeitpunkt schon über 1200 Kilometer abgestrampelt hatte. Ich halte an einer Tankstelle, stelle mein vollbepacktes Rad ab und frage einen Mann nach dem Weg.
Er hatte mein vorheriges Parkmanöver nicht bemerkt und sagt: „Am besten fahren Sie jetzt erst mal auf die Autobahn.“ Ähm, mit meinem Drahtesel? „Ach so“, antwortet er, kein Problem, und erklärt
mir perfekt die Richtung zum Radweg durchs Allgäu. Da weiß ich noch nicht, dass drei Tage Dauerregen und die Überwindung von rund 1000 Höhenmetern vor mir liegen. Denn ich radle zwar mit Karten, aber
die gucke ich mir oft nur in groben Zügen an, damit die Richtung stimmt. Ansonsten soll sich das Leben seinen Weg bahnen. Wie durchs Allgäu: schrecklich anstrengend, aber am Ende wunderbar, als in Füssen die
Berge hinter mir liegen. Susanne Storck: „Abgefahren“ Auf dem Rad durch Deutschland mit wenig Geld und viel Gepäck, Sportwelt Verlag, 123 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-941297-02-9. ( zum Artikel-Scan)
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